Blockbuster Berlin

Ein Beitrag zur Ausstellung
BERLIN SHRINK TO FIT
initiiert von Behles & Jochimsen /
Tobias Engelschall - Oda Pälmke / Jessen+Vollenweider / Kühn Malvezzi
anlässlich des UIA-Kongresses in Berlin

19.07.-15.08.2002
Galerie NEU, Berlin

Visualisierung:
Daniel Schwabe, Victor Tenorio Arias
Grafik Shrink to Fit:
Alexa Frey, Casper Mangold

"www.shrinktofit.net":http://shrinktofit.net/stf/news.htm

Berlin schrumpft, die Berliner werden weniger. Die Stadt hat in den vergangenen Jahren zehntausende Einwohner verloren; bereits heute stehen über 100.000 Wohnungen leer.

Wenn dieser Trend anhält, wird ein Abriss der Plattenbauquartiere nicht ausreichen: Über kurz oder lang wird von den Außenbezirken bis ins Zentrum Bedarf für eine Strategie entstehen, die aus den erforderlichen Rückbaumaßnahmen heraus neue Perspektiven für eine Qualifizierung der Stadt eröffnet. Dabei können die maßgeblichen öffentlichen Räume wie Hauptstraßen und Plätze nicht aufgegeben werden. Sie werden durch den Konzentrationsprozess im Dienstleistungssektor sogar noch gestärkt. Das Leben intensiviert sich hier, die Dichte vergrößert sich, es wird höher gebaut.

Im Gegensatz dazu veröden die Blockinnenbereiche und die Nebenstraßen. Hier wird die vorhandene Textur durch Einfamilienhäuser ersetzt. Dies trägt den steigenden Ansprüchen der Bürger an ihre Wohnverhältnisse Rechnung:

Man möchte nicht im Hinterhof, sondern auf eigener Parzelle im Grünen wohnen - ohne die Angebote der Metropole missen zu müssen.

Der Entwicklungsprozeß dreht sich gleichsam um. Das Wachstum der Peripherie wird in die Stadt hereingeholt, die Wege verkürzen sich. Das Urbane und das Antiurbane existieren unmittelbar nebeneinander, ein Dazwischen gibt es nicht.

Der Berliner möchte eben vorne den Kudamm, hinten den Grunewald.

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