Haus für Familie und Bildung am Ostbahnhof

Neubau eines Hauses für Familie und Bildung in Holzbauweise mit Volkshochschule, Familienberatung und Familienzetrum

Nichtoffener Wettbewerb 2021
3. Preis
Auslober: Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg Berlin

Landschaftsarchitekten: Annabau, Berlin
Haustechnik: Nolting Ingenieurbüro für Haustechnik, Kalletal
mit Ingenieurbüro Schröder&Partner, Bielefeld
Modellbau: Maquette Modellbau Berlin

Team: Simon Stahnke (PL)

Ein buntes Haus für einen bunten Bezirk! Das neue Haus für Familie und Bildung ist autonomer Körper und zugleich sich einfügender Stadtbaustein. Der plastisch artikulierte, zweigeschossige Bau ist aus vier Einzelkörpern, die jeweils unterschiedlichen Aktivitäten Raum bieten, zusammengesetzt. Der Eingang öffnet sich zu einem baumbestandenen Vorplatz. Eine großzügige Eingangshalle und kommunikative Erschließungszonen steigern die Attraktivität für die Nutzer.

Das Grundstück für das neue Haus für Familie und Bildung liegt in einem von großmasstäblichen Geschosswohnungsbauten geprägten Quartier. Die Mitte des in der Regel elfgeschossigen, aber bis zu 21 Etagen hohen Gevierts wird von einer zweigeschossigen Kindertagesstätte eingenommen. Der Neubau nimmt die Orientierung auf, die Kita, Bolzplatz und der querende öffentliche Weg vorgeben und die gegenüber der umgebenden Bebauung leicht verdreht ist. Der Baukörper fluchtet auf die Kita, staffelt sich aber andererseits parallel zur Müncheberger Straße ab und vermittelt so zwischen beiden Richtungen. Durch die Gliederung des Baukörpers wird der Maßsstab heruntergebrochen und die Lesbarkeit des Hauses als Pavillon im Park gestärkt. Das Gebäude wird über einen Vorplatz am Schnittpunkt vom Weg zur Kita und der verkehrsberuhigten Müncheberger Straße erschlossen.

Die Idee der Elementierung, des Zusammenfügens von Teilen, die in den umgebenden Plattenbauten sehr präsent ist, wird auf den Gebäudemaßstab übertragen: Der Baukörper besteht aus vier unterschiedlich großen, zweigeschossigen Volumina, die gegeneinander verschoben sind und jeweils einer spezifischen Funktion dienen. Von West nach Ost sind dies der hohe Klassenraumkörper, der niedrige Erschließungskörper, ein etwas höherer Büro- und Personalkörper sowie der hohe Familienkörper im Osten. Aus der Verschiebung der Körper gegeneinander entstehen vielfältige räumliche Situationen: Im Süden wird der Haupteingang betont ein Bezug zur Straße hergestellt, im Norden entsteht ein geschützter Bereich um den Nebeneingang. Die unterschiedliche Höhenentwicklung der Bauteile resultiert aus unterschiedlichen Raumhöhen sowie einer hohen Attika über dem östlichen Körper, die die Photovoltaikanlage auf dessen Dach verdeckt.

Das Gebäude erhält eine Fassadenverkleidung aus Holz als Boden-Deckel-Schalung. Dabei sind die Bodenbretter farbig, während die Deckelbretter holzsichtig verbleiben. Jeder der vier Körper erhält eine eigene Farbe, so dass ein buntes Haus entsteht, das über die einheitlichen vorvergrauten Holzton der Deckelbretter zusammengehalten wird.

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